Einmal schleudern bitte!

Die obligatorischen CZV-Kurse fanden für die Chauffeure der JMS und LTP diesen Dezember im TCS Verkehrssicherheitszentrum Betzholz in Hinwil statt.

Wie der nachfolgende Erfahrungsbericht zeigt, lernten unsere Chauffeure dabei nicht nur etwas über ihre eigenen psychischen, sondern auch jede Menge über die physischen Grenzen ihres Lastwagens. Nun sind unsere Chauffeure auch für diesen Winter gut gerüstet um unsere Kunden stets sicher und unfallfrei zu beliefern.

Erfahrungsbericht von unserem Leiter Disposition Marco Feurra:

Zwei Samstage, 20 LKW’s und eine Mission:

Fahrsicherheitstraining – das klingt furchtbar langweilig. Bis anhin liebte ich es, mich in den Sitz zu lümmeln: Rückenlehne in Halbschlafposition und rechte Hand am Schaltknüppel. Bei gutem Wetter hängt ausserdem der linke Ellenbogen aus dem Fenster. Ist doch klar, oder?

Doch auf dem Heimweg vom TCS Basiskurs war meine Sitzposition aufrecht, beide Hände brav am Steuer – und das ganz freiwillig!

Der Tag brachte zudem noch weitere Einsichten, aber fangen wir von vorne an…

 

Richtig in die Eisen steigen

Leicht durchgerüttelt geht es an die wohl elementarste Übung für jeden Chauffeur: Die korrekte Vollbremsung. Das kann doch jeder, oder? Wir wurden eines Besseren belehrt. Erst nach drei bis vier Übungsdurchläufen trauten sich alle von uns, richtig in die Eisen zu steigen. Dies bedeutet beide Füsse mit voller Wucht gleichzeitig auf Kupplung und Bremspedal zu stemmen und vor allem drauf zu bleiben, bis der LKW vollständig zum Stehen gekommen ist. Denn dies kann im Ernstfall entscheidend sein!

Grenzerfahrung in der Endloskurve

Auch bei der Endloskurve kommen Fahrer und Fahrzeug zugleich an ihre Grenzen, wenn es gilt, so schnell wie möglich im Kreis zu fahren. Zunächst testeten wir unsere „Wohlfühlgeschwindigkeit“. Diese liegt bei allen Teilnehmern zwischen 15 und 20 km/h. Dann gaben wir Gas und erprobten, wann das Heck ausbricht oder der Lastwagen aus der Kurve fliegt. Ehrgeizig schmeissten wir uns in die Runden, aber da ist nicht viel drin. Kaum zu glauben, dass zwischen Wohlfühlen und Kontrollverlust nur weniger als 5 km/h liegen können!

Vollbremsung in der Kurve

„Was passiert bei einer Vollbremsung in der Kurve?“ fragte der Instruktor in die Runde.

Ratlose Gesichter machten sich breit. „Da bricht das Heck aus?“ spekulierten einige.

Frisch gestärkt vom Mittagessen und mit den Tipps vom Vormittag im Gepäck erfuhren wir es dann selber. Und siehe da – in der Kurve lässt es sich genauso vollbremsen, wie auf gerader Strecke. Nur das Gegenlenken will wohl dosiert sein – gerade auf rutschiger Fahrbahn.

Spass macht es trotzdem, oder gerade deswegen!

Der Tag war anstrengend, das merkten wir hinterher erst richtig. Aber wir fuhren alle mit dem guten Gefühl nach Hause, mit unseren LKW‘s besser vertraut und für den Ernstfall besser gerüstet zu sein.

Impressionen vom Fahrsicherheitstraining